Richtige Weichenstellungen für eine Schullandschaft mit Perspektive

  1. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gilt es, unsere differenzierten Schulstrukturen in Niedersachsen behutsam fortzuentwickeln und langfristig stabil aufzustellen. Ständige Reformen an den Schulstrukturen machen diese nicht besser. Dennoch macht der stetige Schülerrückgang bis 2020 Anpassungen bestehender Strukturen unvermeidlich.
  2. Als CDU in Niedersachsen erwarten wir ein Ende „ideologischer Schulstrukturdebatten“ und eine stärkere Zuwendung zu den Inhalten und der Qualität von Schule und Unterricht. Gute Schule beginnt im Elternhaus und setzt sich in der gelungenen Gestaltung des Lernortes Schule fort. Viele Eltern in Niedersachsen wollen für ihre Kinder die Option auf einen höchstmöglichen Bildungsabschluss so lange wie möglich offenhalten.
  3. Die CDU in Niedersachsen spricht sich daher für die Einführung einer Oberschule als ersetzende Schulform aus, die an die Stelle von Haupt- und Realschulen sowie Kooperativen Gesamtschulen tritt, wenn der Schulträger dies wünscht. Auch Integrierte Gesamtschulen als Angebotsschulen können in Oberschulen umgewandelt werden. 
    Die neue Schulform der Oberschule erhält mit einem sozialpädagogischen Angebot und der schrittweisen Umsetzung als teilgebundene Ganztagsschule eine besondere Ausstattung. Sie ist mindestens zweizügig und kann ab einer stabilen Dreizügigkeit auch mit gymnasialem Angebot eingerichtet werden. Die Oberschule kann sich damit, neben dem erfolgreichen Gymnasium, zu einer weiteren attraktiven Schulform mit hoher Bildungsqualität entwickeln. Dabei wird den Aspekten der Berufsorientierung besonders Rechnung getragen.
    Den kommunalen Schulträgern bietet die Oberschule eine attraktive zusätzliche Option, um an den bestehenden Schulstandorten, trotz sinkender Schülerzahlen, wohnortnah ein breites, qualitativ hochwertiges schulisches Angebot vorzuhalten. Für den Fall, dass nicht eine durchgängige Zweizügigkeit einer Oberschule erreicht werden kann, werden den Schulträgern in begründeten Ausnahmefällen flexible Möglichkeiten zur Organisation der Oberschule eingeräumt. Kooperationen mit benachbarten Schulträgern sind möglich.
    Langfristig geht Niedersachsen damit den Weg in ein zweigliedriges Schulsystem aus Gymnasium und Oberschule, ergänzt um die Integrierte Gesamtschule als Angebotsschule.
  4. Dort, wo tragfähige Strukturen ein Festhalten an selbstständigen oder zusammengefassten Haupt- und Realschulen ermöglichen, kann der Schulträger diese weiterführen. Sie haben ein eigenständiges Profil und sind dementsprechend auszustatten. Erfolgreich arbeitende Haupt- und Realschulen sowie zusammengefasste Haupt- und Realschulen bereichern auch zukünftig die Schullandschaft in Niedersachsen. Dies sichert regional angepasste Lösungen. Den Gymnasien gegenüber sprechen wir eine Bestandsgarantie aus. Die Genehmigungsvoraussetzungen für neue Integrierte Gesamtschulen bleibt die Fünfzügigkeit. In eng begründeten Ausnahmefällen können sie auch vierzügig genehmigt werden. Sie bleiben ein ergänzendes Angebot im Rahmen der differenzierten Bildungsgänge in unserem Bundesland.
  5. Die CDU in Niedersachsen begrüßt den von der CDU-geführten Landesregierung entwickelten wegweisenden Vorschlag für ein System wohnortnaher und zukunftsfester Qualitätsschulen in Niedersachsen. Damit verbunden ist die Erwartung an alle an der Bildung in Niedersachsen Beteiligten, daraus im größtmöglichen Konsens langfristig stabile Strukturen im Schulsystem unseres Bundeslandes zu entwickeln. Dies gibt uns die Möglichkeit, uns dauerhaft auf die qualitativen Fragen von Schule zu konzentrieren. Denn darum geht es: um eine hohe Bildungsqualität für die Schüler in Niedersachsen, um die Zukunftsperspektiven unserer Kinder und Jugendlichen, um Niedersachsens Zukunft.

Beschluss "Niedersachsens Qualitätsschulen: zukunftsfest und wohnortnah" als PDF herunterladen